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Bettnässe bei Erwachsenen

Bettnässen bei Erwachsenen: Ursache klären und Hilfe holen

Bettnässen ist ein Thema, welches für betroffene Erwachsene eher unangenehm ist. Dabei treten derartige Beschwerden nicht nur bei Kindern auf, sondern können alle Altersgruppen betreffen. Was kann ein Schlafcoach hier bewirken?

Kinder müssen erst lernen, nachts den Urin zu halten. Das Problem löst sich bei ihnen deshalb oft nach einiger Zeit oder mit ein bisschen Training von alleine. Bei Erwachsenen ist die Situation eine andere. Das Bettnässen tritt hier häufig unerwartet auf und kann die Betroffenen stark verunsichern. 

Eine Harninkontinenz stellt mehr als manch andere chronische Beschwerden eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität dar. In diesem Beitrag möchten wir über dieses sensible Thema nicht nur aufklären, sondern auch Hilfestellung geben. 

Was versteht man unter Bettnässen?

Unter Bettnässen (Enuresis bzw. Enuresis nocturna) versteht man das unwillkürliche Entleeren der Blase in der Nacht. Unkontrollierter Urinverlust im Schlaf ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch der Gesundheit schaden, z.B. durch mögliches Wundliegen.

Nächtliches Bettnässen betrifft auch Erwachsene. Diese Menschen leiden auf Grund der Inkontinenz häufig auch unter psychischen Problemen und haben Schwierigkeiten, ihre soziale Kontakte so zu pflegen, wie sie es gern möchten.

Welche Ursachen kann Bettnässen hervorrufen?

Die Ursachen vom Bettnässen im Schlaf können sehr unterschiedlich sein.

    • ein Mangel des Hormons ADH (antidiuretisches Hormon). Dieses Hormon sorgt dafür, dass nachts weniger Urin in den Nieren produziert wird. Liegt ein Mangel an ADH vor, wird zu viel Urin produziert und die Blase läuft nachts über.
    • eine überaktive Blase
    • Blasenentzündungen können kurzfristig dazu führen, dass Sie nachts keine Kontrolle über die Entleerung der Blase haben
    • Einige Menschen haben von Natur aus einen sehr tiefen Schlaf. Sie erwachen nicht bei Harndrang. Man spricht dann von einer schweren Erweckbarkeit
    • Alkoholgenuss oder Drogen verstärken den Effekt der schweren Erweckbarkeit
    • Probleme bei der Wahrnehmung der gefüllten Blase, während man schläft
    • psychische Ursachen wie Stress oder Traumata
    • Schlafapnoe begünstigt Bettnässen
    • genetische Bedingungen
    • Verstopfung
    • Es kann vorkommen, dass ein bestimmtes Medikament Einfluss auf die Funktion der Blase nimmt. In diesem Fall haben Sie weniger Kontrolle über Ihre Ausscheidungen, dies ist aber durch ein Absetzen des Medikamentes leicht behandelbar.

Bettnässen durch psychische Ursachen abklären lassen

Kann man körperlichen Ursachen ausschließen, sollten auch psychische Probleme abgeklärt werden. Ein Blick auf die Lebenssituation des Betroffenen hilft oft, den Auslöser für das Einnässen zu finden.

Bei plötzlichem Auftreten im Erwachsenenalter sind eine stressige Familiensituation oder ein belastendes Arbeitsumfeld ebenso eine mögliche Ursache wie traumatische Erlebnisse jeglicher Art.

Trauen Sie sich dann, einen Psychologen aufzusuchen, um die Erlebnisse aufzuarbeiten – das kann häufig zu einer Besserung beitragen.

Gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern beim Bettnässen?

Sowohl Männer als auch Frauen können im Erwachsenenalter unter Bettnässen leiden. Einige Ursachen dafür sind jedoch spezifisch für ein Geschlecht.

Ein Blaseninkontinenz bei Frauen liegt häufig einer Beckenbodenschwäche, die zum Beispiel nach der Geburt eines Kindes möglich ist. Diesen Frauen kann bei starker Belastung eine Operation oder ein gezieltes Training für die Muskulatur helfen.

Bei Männern kann es durch eine gutartige Prostatavergrößerung zu einer Blasenschwäche kommen. Auffällig hierfür ist, dass die betroffenen Männer oft zur Toilette gehen, sich jedoch nicht vollständig entleeren können.

Festzuhalten ist dass Frauen deutlich häufiger von Inkontinenz betroffen sind, als Männer. Der Grund dafür ist, dass der Beckenboden der Frau größer und weniger stabil ist. Auch psychische Erkrankungen kommen bei Frauen vermehrt vor und stellen einen Risikofaktor für das nächtliche Bettnässen dar.

Allerdings suchen Frauen jedoch auch eher und häufiger ärztliche Hilfe auf, während Männer oft zu viel Scham davon abhält und sie versuchen, die Erkrankung zu ignorieren. 

Unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Wo auch immer die Gründe liegen: Der erste Weg sollte zum Arzt führen. Allerdings ist vielen Betroffenen ihr Problem so peinlich, dass sie sich nicht trauen, darüber zu reden. Dafür gibt es jedoch keinen Grund. In vielen Fällen kann bereits der Hausarzt weiterhelfen. Wenn nicht, kann er den Patienten zum Urologen überweisen.

Um den Prozess zu vereinfachen, können Sie im Vorfeld ein Tagebuch führen und sich selbst schon einige Fragen beantworten. Das ist eine gute Basis für ein Arztgespräch!

  • Wann passieren Ihre “Unfälle” normalerweise (nur nachts oder auch tagsüber)
  • Menge des ausgeschiedenen Urins
  • tägliche Flüssigkeitsaufnahme und die dazugehörigen Gewohnheiten
  • Art des Getränks (Alkohol, koffeinhaltig, zuckerhaltig, kohlensäurehaltig etc.)
  • Anzahl an nassen gegenüber trockenen Nächten
  • Wiederkehrende Infektionen des Harntrakts
  • Beschaffenheit des Urinstrahls (kräftig und gleichmäßig oder schwach und tropfend)

 

Tipps zur Selbsthilfe für bettnässende Erwachsene

Neben medizinischer Hilfe gibt es einige Möglichkeiten, die Erwachsene, die nachts ins Bett machen, einfach in ihren Alltag integrieren können. Mithilfe dieser Tipps kann die Lebensqualität der Betroffenen wieder gesteigert werden. Diese Tipps ersetzen natürlich keinen Arztbesuch, sie können jedoch zusätzlich zur Therapie eingesetzt werden.

  • Verzicht auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke
  • Lebensmittel mit hohem Wasseranteil vermeiden
  • vor dem Schlafengehen mehrmals die Toilette aufsuchen
  • Blasentraining
  • eine Klingelmatte, die ein akustisches Signal gibt, sobald sie auch nur mit wenig Feuchtigkeit in Berührung kommt. Der Betroffene wird wach und kann rechtzeitig die Toilette aufsuchen.
  • Windeln und Unterlagen
  • Inkontinenz Unterwäsche
  • Die richtige Matratzenauflage (wasserdicht)

 

Eine Spontanheilung bei Erwachsenen ist im Gegensatz zu Kindern sehr selten. Abhängig von der Ursache können verschiedene Lösungswege ausprobiert werden. Im Falle eines psychologischen Problems kann eine Psychotherapie, wie auch gleichzeitig die Reduktion von Stress, eine Linderung oder Heilung bedeuten. In diesen Fällen ist jedoch ein erneutes Auftreten unter stressigen Bedingungen nicht auszuschließen.

Schlafcoaching als weitere Hilfestellung

Als Schlafberater habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, Menschen zu einem gesunden und erholsamen Schlaf zu verhelfen, denn alleine eine teure Bettausstattung wird Sie niemals zu einem 100% optimalen Schlaf bringen. 

Ein Schlafdefizit schadet und führt zu einer deutlich geringeren Lebensqualität. Und wenn man nachts im nassen Bett aufwacht, ist das definitiv ein Schlafdefizit…

Unser zertifiziertes und in Deutschland einzigartiges Schlafcoaching betrachtet Ihre aktuelle Lage ganzheitlich. Trinken Sie zum Beispiel tagsüber zu wenig und holen dann alles kurz vorm Schlafengehen nach? Das könnte schon eine der Ursachen für das Bettnässen sein.

Oder schlafen Sie entgegen Ihrer inneren Uhr, so dass der Schlaf zu lang ausfällt? Auch dem Alltagsstress geht es beim Schlafcoaching auf den Grund, und dieser ist eine der Hauptursachen für das Einnässen. 

Fazit: Bettnässen aktiv bekämpfen statt peinlich ignorieren

Das Wichtigste: Wenn Sie als Erwachsener Schwierigkeiten beim Einhalten des nächtlichen Urins haben, zunächst einmal Ruhe bewahren. Wenn Sie sich selbst mit der Situation stressen, ist es eher kontraproduktiv. Suchen Sie das Gespräch mit einer vertrauenswürdigen Person, am besten einem Arzt/einer Ärztin. 

Finden Sie heraus, ob die nächtliche Inkontinenz aufgrund von physischen oder psychischen Problemen auftritt oder ob es möglicherweise von anderen Einflüssen wie beispielsweise durch Medikamente oder Alkoholeinfluss hervorgerufen wird. Bis zur Lösung des Problemes kann es allerdings auch ein weiter Weg sein.

Vor dem Schlafengehen sollte auf Alkohol, Drogen und eine unverhältnismäßige Menge an Flüssigkeit verzichtet werden. Auch eine gewisse Routine mit mehrmaligen Toilettengängen hilft. Zudem kann man sich weitere kleine Helfer, wie z.B. angepasste Unterwäsche oder die richtige Matratzenauflage zulegen.

Und Sie können Ihren Schlaf durch Schlafcoaching optimieren, so dass Sie ihrem Körper eine Regelmäßigkeit antrainieren, die ebenfalls unterstützen kann, das Bettnässen in den Griff zu bekommen.

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